The Wrest­ler – Ruhm, Liebe, Schmerz

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Heute möchte ich über ein mir neues Genre zum Kri­tik­schrei­ben berich­ten. Diese Art von Film kann ab und zu zwar schwere Kost sein, doch ich nehme mir vor, die­sem Genre auch etwas mehr Auf­merk­sam­keit zu schen­ken: Sport­dra­men. (Wie z. B. War­rior, den ich mir vor kur­zem ange­se­hen habe) Doch heute geht es um den uner­war­te­ten Gewin­ner des Gol­de­nen Löwen der Inter­na­tio­na­len Film­fest­spiele von Vene­dig 2008:

The Wrest­ler

Randy „The Ram“ Robin­son (Mickey Rourke) steigt nun seit über 30 Jah­ren in den Ring. Mitt­ler­weile hat sich aber nicht nur sein Publi­kum stark ver­än­dert, son­dern auch die Hal­len (oft High School-Sporthallen), seine Gagen und vor allem Ran­dys in Mit­lei­den­schaft gezo­ge­ner geal­ter­ter Kör­per. Es ist ein Kampf an den Ruhm der ver­gan­ge­nen Tage, hier aus den 80iger Jah­ren, fest­zu­hal­ten, den der Wrest­ler oft­mals nicht gewinnt.

Als er nach einem äußerst blu­ti­gen Wrest­ling­match in der Umklei­de­ka­bine zusam­men­bricht und die Dia­gnose Herz­in­farkt lau­tet, ist er gezwun­gen, seine Lebens­weise zu über­den­ken. Der Zuschauer beglei­tet ihn haut­nah auf sei­nen ers­ten Schrit­ten im Leben eines Otto-Normal-Bürgers, der sei­nen Lebens­un­ter­halt mit einem 0815-Job bestrei­ten muss und gleich­zei­tig ver­sucht, die zer­rüt­tete Bezie­hung zu sei­ner erwach­se­nen und ent­frem­de­ten Toch­ter Ste­pha­nie (Even Rachel Wood) wie­der aufzubauen.

Allein die Idee eines Films über einen Wrest­ler in der Haupt­fi­gur finde ich span­nend und unglaub­lich sehens­wert. Wor­auf läuft solch ein Film wohl hin­aus? Behan­delt er die Schat­ten­sei­ten des Ruh­mes wie etwa Dro­gen und Grou­pies? Kon­zen­triert er sich auf die Sport­ler, die even­tu­ell zu über­heb­li­chen und ober­fläch­li­chen Super­stars abheben?

Abge­dreht in nur 40 Tagen nimmt Dar­ren Aro­n­ofsky (Requiem for a dream, Black Swan) in The Wrest­ler beson­ders viel Gebrauch von der Hand­ka­mera, die immer aus der Per­spek­tive von Randy Robin­son filmt und so die Sicht­weise des Wrest­lers gekonnt ein­nimmt. Der Film wirkt auch sehr real durch z. B. Mickey Rour­kes ech­ten Umgang mit den Kun­den an der Ver­kaufs­theke im Super­markt oder Sze­nen in den Umklei­den, bei denen der Regis­seur durch Impro­vi­sa­tion die Inter­ak­tion so rea­lis­tisch wie mög­lich erschei­nen las­sen wollte und daher ein­fach die gege­be­nen Moment­auf­nah­men einfing.

Aner­ken­nung erfolgte auch aus dem Wrest­ling­busi­ness: Vince McMahon rief sowohl Regis­seur als auch Haupt­dar­stel­ler an und sagte, der Film habe ihn sehr bewegt. Ehe­ma­li­ger WWE Schwer­ge­wicht­scham­pion Mick Foley sagte, dass er nach 5 Minu­ten völ­lig ver­ges­sen hatte, dass er da Mickey Rourke (zu)sah, denn für ihn war die­ser Typ auf der Lein­wand ein­fach Randy „The Ram“ Robin­son. Das größte Lob beka­men sie wohl von „Rowdy“ Robby Piper, der nach dem Film wei­nend in Mickey Rour­kes Arme fiel. Er war hell­auf begeis­tert, dass diese Geschichte end­lich auf der Lein­wand erzählt wor­den war.

Bei The Wrest­ler darf sich der Zuschauer auf ein sen­si­bles Por­trät mit doku­men­ta­ri­schem Fee­ling über einen geschei­ter­ten, nicht nur von Nar­ben und Kämp­fen, son­dern vor allem auch vom ver­blass­tem Ruhm gezeich­ne­ten, ehe­ma­li­gen Super­w­rest­ler freuen. Mickey Rour­kes Per­for­mance geht an die Sub­stanz und noch wei­ter, …näm­lich unter die Haut und ans Herz.

Originaltitel: The Wrestler
Erscheinungsjahr: 2008
Dauer: 109 min
Regie: Darren Aronofsky
Kinostart: 26. Februar 2009
Produktion: Wild Bunch
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren 
Budget: $6.000.000
Einnahmen: $26.236.603 (USA) (8 Mai 2009)

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