Happy Feet

Mein liebster Animationsfilm und (Gott sei Dank, ich weiß nicht wieso, aber Gott sei Dank) mal nicht aus dem Hause Pixar. Und hier kann man wirklich sagen, dies ist ein Film für die ganze Familie. Für die Kleinsten, Mittleren und vor allem für Erwachsene. Happy Feet watet auf mit einer unfassbaren Message, welche im Trailer glatt unter den Tisch gefallen lassen wurde und somit wohl für jeden eine ernsthafte Überraschung sein wird!

Nach Ice Age und Cars ist Happy Feet der 3. erfolgreichste Animationsfilm unserer Zeit. Ganze 4 Jahre hat es gedauert, diesen Film auf die Leinwand zu bringen. Er benötigte eine horende Anzahl an Computern und die Produktionsfirma Animal Logic arbeitete eng mit IBM zusammen, um eine sog. Serverfarm zu bauen, welche überhaupt ausreichende Leistungskapazitäten bereitstellen konnte, um den Film zu ermöglichen. Der Plot ist für solche charmante kuschelige Akteure sehr weit gespannt und hält so manche Überraschung für den Zuschauer bereit.

Unter anderem sei gesagt, es dreht sich über die Kirche, von der Gesellschaft ausgeschlossene und die von Menschen gefährdete Umwelt. Die Gattung der Kaiserpinguine drücken ihre (wahre) Liebe mit einem „Herzenssong“ aus und anhand diesem finden sich auch ihren Partner fürs Leben. Doch leider trifft unser Hauptdarsteller Mumble (Elijah Wood) keinen einzigen Ton. Und da die Kaiserpinguingesellschaft eine Nulltoleranzgrenze an den Tag legt, wird er kurzerhand aus der Pinguingesellschaft verstoßen, nur weil er anders ist (Anlehnung an die Kirche). Auf seiner Reise, auf die er sich danach gezwungenermaßen begibt, trifft er dann aber zum Glück auf eine andere Art Pinguine, die sich durchs Tanzen ausdrücken – und wenn es eine Sache gibt, die Mumble wirklich kann, dann ist es Steppen.

Die Tanzsequenzen und Songauswahl sind schlicht und ergreifend umwerfend. Gleich vom ersten Medley mit u. a. Elvis und Prince an, merkt der Zuschauer, hier gibt es etwas ganz besonderes zu sehen. Fein abgestimmt und hier und da einwenig umgeschrieben, wurden diese All-Time-Classics da modernisiert, wo es passt und trotzdem optimal erhalten. Mit atemberaubenden musicaltypischen Kamerafahrten wird noch eins draufgelegt. Ein richtiges Animationsmusical.

Neben den süßen, plüschigen Tieren und lustigen Szenen gibt es aber auch eindrucksvolle, fast erschreckende Abenteuer-Passagen. Wenn Mumble aufbricht, um mit uns, den Menschen – im Film sogenannte ALIENS – zu kommunizieren, sind viele Actionszenen so spannend und realistisch konsequent dargestellt, dass manch ein Kind Angst bekommen wird. Eine Verfolgungsjagd mit einem Seelöwen hat sogar mir einen Schrecken eingejagt…

Alles in allem ist dieser Animationsfilm wohl eher weniger für die Kleinsten geeignet, für die etwas Größeren ein spannendes actiongeladenes und verdammt witziges Musical-Abenteuer. Für uns… die werten Erwachsenen… ein intelligenter Film mit Tiefgang über Außenseiter, eine Gesellschaft die dich des öfteren nur unter hirnrissigen Voraussetzungen „akzeptiert“ und das Über-sich-hinaus-Wachsen… ohne Furcht vor dem Unbekannten oder Anderssein. Animation gone smart. Der Regisseur George Miller sagt, dass dieser Film zwangsläufig in die tiefergehende, umweltbewusste Richtung gehen musste, das man keine Geschichte über die Antarktis und die Pinguine erzählen kann, ohne eine umweltbetreffende Sicht zu berücksichtigen.

Daher wird es wohl viele verdutzte Gesichter geben, wenn festgestellt wird, dass dieser Film nicht viel mit den zuckersüßen singenden und tanzenden Pinguinen irgendwo im Eis aus der Werbung zutun hat.

Originaltitel: Happy Feet
Erscheinungsjahr: 2006
Dauer: 108 min
Regie: George Miller
Kinostart: 30. November 2006
Produktion: Kennedy Miller Productions
FSK: ab 0 freigegeben
Budget: $100.000.000
Einnahmen: $197.992.827 (USA) (4. Mai 2007)

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