Drive

Mit einer Filmkritik über DIE beeindruckende und fulminante Neo-Noir-Independent-Action-Liebesdrama-Gangster-Märchen-Sensation des Jahres 2011 möchte ich euch heute beglücken. Die Rede ist von:

Drive

Noch nie war ich so froh, dass Hugh Jackman nicht den Leading Part eines Films übernommen hat. Seit Langem kann sich ein Zuschauer nicht glücklicher schätzen über diese Zusammenkunft in Kunst, Können und Kreativität. Hier trifft alles ins Schwarze. Timing, Kontakte, Filmbudget (manchmal ist weniger einfach mehr… weniger hier allerdings mit 13 Millionen Dollar dotiert), und eine selbstbetitelte „Ehe“ zwischen hochangepriesenen Wunderkind-Regisseur Nicolas Winding Refn (Bronson, Walhalla Rising) und Hauptdarsteller Ryan Gosling (Half Nelson, Crazy, Stupid, Love., The Ides of March), die Drive ihr „Baby“ nennen und die Entstehung und den Filmdreh „die Geburt…“

Driver (Ryan Gosling) ist Stuntman. Besser gesagt Stuntwagenfahrer in Hollywood und auch Automechaniker in einer Werkstatt. Doch nachts wird er zum Fluchtwagenfahrer für Kriminelle, die ein schnelles Entkommen benötigen. Dieser Einzelgänger hat keine Freunde, keine Familie, keine Verantwortung. Als er sich mit seiner Nachbarin Irene (Carey Mulligan) und ihrem kleinen Sohn Benicio (Kaden Leos) anfreundet, ändert das sein Leben schlagartig. Beide empfinden offensichtlich viel füreinander, doch handeln nicht danach, da Irene die baldige Gefängnisentlassung ihres noch inhaftierten Ehemanns Standard (Oscar Isaac) erwartet.

Der geläuterte Kleingangster will seiner Vergangenheit entfliehen, kann dies aber nur, wenn er ein letztes Schutzgeld bezahlt. Da sich der Driver nun verantwortlich für das Schicksal dieser Familie fühlt, bietet er seine Dienste als Fahrer an in Standards letztem Job, damit seine Schulden beglichen werden und die Familie in Ruhe gelassen wird. Der Zuschauer hofft natürlich auf einen guten Ausgang…

Jetzt kann der Zuschauer eigentlich nur Ryan Gosling danken. Durch seine Vorschläge setzte sich nämlich eine Kette wichtiger Ereignisse in Gang, denn dieser hatte freie Regisseurwahl und entschied sich für Nicolas Winding Refn und dieser machte auch das Radio an, als er Nicolas Winding Refn das erste Mal durch die Gegend fuhr und laute 80er Jahre Musik ertönte. Der Regisseur castete Carey Mulligan und schrieb das Drehbuch für sie um, denn eigentlich sollte eine Latina in ihren 20ern den Part der Irene übernehmen. Ebenso ein großes Lob muss dem hier untypisch gecasteten Mafiaboss Albert Brooks zugesprochen werden. Er verkörpert den andersartig denkenden Gangster, einer der wie er selbst sagt, „nicht aufsteht und darüber nachdenkt, Leute umzubringen, sondern der traurig darüber ist, nach dem Motto: Schau dir nur an, wozu du mich wieder gebracht hast.“

Und wozu mich der Film erst gebracht hat! Verwundert stellte ich fest, wie ich fast applaudierte, als der Driver einem der bedrohlichen Gangster in einem Fahrstuhl den Kopf eintritt, die Szene in der Irene bemerkt, dass aus dem Märchenheld ein böser Wolf wird, so der Regisseur. Doch wenn ein Spezialistenpublikum wie in Cannes bei der Aufführung von Drive dafür auch noch Standing Ovations und tosenden Applaus bei dieser Szene gibt, dann muss ich mir wohl doch nicht so verrückt vorkommen.

Arthouse, Neo-Noir, à la Western, „Car movie,“ Steve Mc Queen-Hommage, dieser Film hat alles was das Filmfreakherz höher schlagen lässt! Quentin Tarantino vergab für Drive (s)einen Nice Try Award und dies ist wohl das einzige Mal, wo wir nicht einer Meinung sein werden.

Originaltitel: Drive
Erscheinungsjahr: 2011
Dauer: 100 min
Regie: Nicolas Winding Refn
Kinostart: 26. Januar 2012
Produktion: Bold Films
FSK: Freigegeben ab 18 Jahren 
Budget: $15.000.000
Einnahmen: $35.054.909 (USA) (3. Februar 2012)

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